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Das war die Foresight Halbzeitkonferenz des BMBF

Am 30. März 2021 fand die digitale Foresight Halbzeitkonferenz des Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) statt.

Wie entwickelt sich unsere Gesellschaft in den kommenden 15 Jahren? Im Rahmen der Strategischen Vorausschau des BMBF wird gemeinsam mit Expertinnen und Experten des Zukunftskreises und des Zukunftsbüros der Blick nach vorn gerichtet.

Mit VORAUS:schau! startete 2019 der neue BMBF-Foresight-Prozess, in dem technologische und gesellschaftliche Entwicklungen und Trends beleuchtet werden, die in den nächsten 10–20 Jahren die Gesellschaft prägen könnten. Auf der digitalen Foresight Halbzeitkonferenz stellte das BMBF nun die bisherigen Ergebnisse vor und trat in den Austausch mit Foresight-Akteurinnen und -Akteuren aus anderen Ressorts, der Wirtschaft und internationalen Organisationen.

Ministerialdirektor Matthias Graf von Kielmansegg begrüßte die knapp 300 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und bedankte sich für das bisherige Engagement des Zukunftsbüros und des Zukunftskreises, welche als Inspirationsquelle und Gradmesser eine wichtige Rolle im aktuellen BMBF-Foresight-Prozess einnehmen. Er stellte fest, dass das Interesse an Strategischer Vorausschau zunimmt. Es lohne sich, Zukünfte zu entwerfen, da dieses das systematische Lernen und Denken in Alternativen unterstütze, Orientierungswissen schaffe und dabei helfe, frühzeitig politische Ziele zu setzen. Vor dem Hintergrund des „schwarzen Schwans“, den wir gerade in Form der Corona-Pandemie erleben, habe Foresight noch weiter an Bedeutung gewonnen. Hier könne Foresight unter anderem helfen, die Rahmenbedingungen solcher unerwarteten Ereignisse besser abzuschätzen.

In der ersten Session erhielten die Teilnehmenden umfassende Einblicke in den Foresight-Prozess des BMBF. Das Zukunftsbüro gab einen Überblick über die thematischen Schlaglichter, die für den aktuellen Prozess gesetzt wurden und stellte die Ergebnisse der Referenzstudie mit dem Thema „Wertewandel“ vor. Auch das Publikum konnte sich einbringen und konnte unter anderem online darüber abstimmen, in welche Richtung sich unsere Gesellschaft mutmaßlich entwickeln wird. Hier wurde, übereinstimmend mit den Ergebnissen der Studie, der Wunsch nach einer solidarischeren und gerechteren Gesellschaft deutlich. Im zweiten Teil der Session I stellte das Zukunftsbüro die aktuell laufende Sinnstiftungsstudie vor, welche sich mit den zukünftigen Potentialen und Grenzen des Themas Sinnstiftung in der Ökonomie befasst.

Session II beschäftigte sich mit verschiedenen Foresight-Aktivitäten der Bundesregierung. Dafür kamen Vertreterinnen und Vertreter des Bundeskanzleramtes, des Wirtschaftsministeriums, des Ministeriums für Arbeit und Soziales, des Auswärtigen Amtes und des Forschungsministeriums an einem virtuellen Tisch zusammen. Anhand der vorgestellten Foresight-Aktivitäten der einzelnen Häuser zu Schwerpunkten wie der digitalen Wirtschaft, der digitalen Arbeitsgesellschaft und der Krisenfrüherkennung wurde deutlich, welche Bedeutung Foresight für die Bundesregierung hat. Das Bundeskanzleramt berichtete von der Ressortzusammenarbeit im Bereich Vorausschau und den damit einhergehenden Potentialen.

Session III widmete sich der Frage, wie Unternehmen ihre Zukunft gestalten. Christine Mohn (DB Systel GmbH), Wolfgang Müller-Pietralla (Volkswagen AG), Björn Theis (Evonik Industries AG) und Eckard Minx (Daimler und Benz Stiftung) tauschten sich in einem virtuellen Tischgespräch über die Bedeutung, die Methoden sowie auch die Limitationen von Corporate Foresight aus und gaben interessante Einblicke in die laufenden Foresight-Prozesse der Unternehmen. Wie auch in den Sessions zuvor stellten sich die Vortragenden im Anschluss ihrer Impulsvorträge den Fragen des Publikums.

In der letzten Session mit dem Titel „Foresight to Action in International Organisations – shaping the future with strategic foresight“ wurde es international. Nikos Kastrinos von der Europäischen Kommission berichtete über die aktuellen Foresight-Aktivitäten der Generaldirektion für Forschung und Innovation und darüber, was es heißt, Foresight unter Einbindung von Mitgliedsstaaten und weiteren Stakeholdern zu betreiben. Didier Schmitt von der Europäischen Weltraumorganisation verdeutlichte den Teilnehmenden am Beispiel des Bereichs „Human and Robotic Exploration“, dass 30 Jahre im Voraus zu planen auch „usual business“ sein kann. Und Riel Miller von der UNESCO hielt einen engagierten Impulsvortrag über die Relevanz und Bedeutung von „Futures Literacy“.

Anschließend reflektierte Ministerialdirektor Matthias Graf von Kielmansegg die Ergebnisse des Tages und bedankte sich bei allen Vortragenden und Teilnehmenden für diese bereichernden Konferenz. Der Tag habe gezeigt, dass bei aller Komplexität weiterhin an die Gestaltbarkeit der Politik geglaubt werden kann., dass es wichtig ist, Foresight nicht zu zentriert zu betreiben und warum und wie Treiber wie der Klimawandel, der demografische Wandel und die moderne Datengesellschaft einbezogen werden müssen.


Kurzvideos der Foresight Halbzeitkonferenz

Auftakt & Begrüßung


Session I

Die 2030er im Blick – Akteure, Aufgaben und Ergebnisse des Foresight-Prozesses des BMBF

Session II

Was kann Foresight für die Bundesregierung leisten? – Zukunftsbilder aus den Ressorts

Session III

Zukunft gestalten – Wie nutzen Unternehmen ihre Foresight-Prozesse?

Session IV

Foresight to Action in international Organisations – shaping the future with strategic foresight

Ein erstes Fazit der Konferenz

Ministerialdirektor Matthias Graf von Kielmansegg über „Foresight Literacy“, differenzierten Fortschrittsglauben und Gestaltungsmöglichkeiten von Politik

Lesen Sie hier das ganze Fazit

WORDCLOUDS

In 435 Konferenz-Minuten wurden zahlreiche Impulse, Gedanken und Thesen zu möglichen Zukünften gesammelt und erarbeitet. Diese inhaltliche Breite (und Tiefe) wurde kollektiv dokumentiert – durch Live-Online-Umfragen unter allen Teilnehmenden. Die schlaglichtartigen Antworten sind im Folgenden als Wordclouds dargestellt:

Auftakt & Begrüßung

Denken Sie zurück an Ihre Jugend: Was, dachten Sie damals, würde es heute sicherlich schon geben?


Session I

Welche zentralen Treiber werden die zukünftige Entwicklung der Ökonomie bestimmen?


Session II

Was ist die Aufgabe von Strategischer Vorausschau in einer Regierungszentrale?


Session III

Welche Technologie oder auch welcher Digitalisierungstrend wird aus Ihrer Sicht innerhalb der nächsten 10 Jahre den größten Einfluss auf die Bahn der Zukunft haben?


Session IV

Please use one word to describe how you feel about your future being shaped through strategic foresight.


Foresight Filmfestival 2021

Wie sehen Filmschaffende den Werte.Wandel der Zukunft? Welche zukunftsweisenden Innovationen werden bislang ungesehen in der Forschung vorgedacht und entwickelt? Wie können diese Filme gegebenenfalls unsere Zukunft verändern? Große Fragen! Drei kurze Foresight-Filme geben Ideen, Impulse und Lösungsvorschläge.

'Subscription-Based’, Australien 2021

Ein Film, der die Festival-Jury noch neugieriger auf die Zukunft gemacht hat.

'Futur’, Frankreich 2021

‘Futur’ ist ein Rückblick aus der Zukunft auf unser heutiges Leben mit all seinen Stärken und Schwächen.

'I am Alexia, Frankreich 2021

‘I am Alexia’ ist eine “humorvolle Distopie” zur Künstlichen Intelligenz.

Zum Filmfestival

https://foresight-festival.com